Unter den sonnenbeschienenen Gewässern des westlichen Pazifiks und des östlichen Indischen Ozeans lebt ein Lebewesen von außergewöhnlicher Tarnung und überraschender Schönheit – der Wobbegong-Hai, eine ganze Gattung (Orectolobus) von bodenbewohnenden Meistern der Verkleidung. Oft als „Teppichhaie“ bezeichnet, wegen ihrer aufwendig gemusterten Haut, sind diese faszinierenden Elasmobranchier ein wahres Vergnügen für Taucher. Ihr Aussehen ist sofort erkennbar, gekennzeichnet durch einen abgeflachten, breiten Körper, der sich zu einem schlanken Schwanz verjüngt. An ihren Flanken und am Kopf befinden sich bemerkenswerte Hautlappen oder Fransen, zarte Anhängsel, die ihre Umrisse auflösen und ihnen helfen, nahtlos mit den felsigen Riffen, Korallenfeldern und sandigen oder schlammigen Meeresböden, die sie ihr Zuhause nennen, zu verschmelzen. Ihre Färbung ist eine Symphonie aus Erdtönen – Braun, Grün, Gelb und Grau – oft durchsetzt mit auffälligen Flecken, Ringen oder netzartigen Mustern, die jeweils perfekt die Texturen ihrer Umgebung nachahmen. Dieses aufwendige Muster ist nicht nur Dekoration; es ist ihr Wesen, das es ihnen ermöglicht, vor den Augen von Raubtier und Beute zu verschwinden.
Verhalten & Fortpflanzung
- Größe
- 1-3 Meter
- Gewicht
- Bis zu 70 kg
- Lebenserwartung
- 20-30 Jahre
- Status
- Nicht gefährdet (variiert je nach Art)
Für Taucher ist die Begegnung mit einem Wobbegong oft ein Höhepunkt. Sie werden häufig in den flachen, wärmeren Gewässern des australischen Great Barrier Reefs gefunden, wo Arten wie der Ornament- und Gefleckte Wobbegong häufig gesichtet werden, oft in Spalten versteckt oder auf Sandflächen neben Riffstrukturen ruhend. Weiter südlich, in den gemäßigten Gewässern vor New South Wales und Victoria, haben Taucher vielleicht das Glück, den robusten Gebänderten Wobbegong oder den Südlichen Wobbegong zu entdecken. Halte beim Tauchen die Augen auf den Meeresboden gerichtet, besonders um felsige Ausläufer, unter Überhängen und in den Korallengärten. Ihre Tarnung ist so effektiv, dass sie unglaublich schwer zu erkennen sind, selbst wenn du weißt, dass sie da sind. Oft ist das einzige Anzeichen die leichte Wasserbewegung über ihren Kiemenspalten oder der subtile Glanz eines Auges.







