Der Antarktische Eisfisch, oder *Champsocephalus gunnari*, ist ein wahrhaft außergewöhnlicher Bewohner des Südlichen Ozeans, ein Wunderwerk der Anpassung in einer der rauesten Meeresumgebungen der Erde. Sein Aussehen ist markant: Er hat einen schlanken, langgestreckten Körper, der bis zu 60 Zentimeter lang werden kann, obwohl die meisten von Tauchern angetroffenen Exemplare etwas kleiner sind. Ihre Färbung ist typischerweise ein blasses, silbergraues oder grünlich-graues Dorsum, das auf dem Bauch zu einem helleren, oft perlweißen Ton verblasst, was eine hervorragende Tarnung in den spärlich beleuchteten Tiefen bietet. Ein charakteristisches Merkmal ist ihr relativ großer Kopf und das markante, nach oben gerichtete Maul, das auf ihre Fressgewohnheiten hinweist. Sie besitzen zwei Rückenflossen, wobei die erste oft kürzer und stachelig ist, während die zweite länger und weichstrahlig ist. Die Brustflossen sind ebenfalls auffallend groß und oft fächerförmig, was für die präzisen Manöver, die bei diesen Fischen beobachtet werden, entscheidend ist. Was sie jedoch wirklich auszeichnet, ist ein inneres Merkmal: Sie gehören zu den wenigen Wirbeltieren, denen rote Blutkörperchen und Hämoglobin vollständig fehlen. Ihr Blut ist klar, eine physiologische Anomalie, die es ihnen ermöglicht, in den eisigen, sauerstoffreichen Gewässern ihrer polaren Heimat zu gedeihen.
Verhalten & Fortpflanzung
- Größe
- 25–60 cm
- Gewicht
- Bis zu 1 kg
- Lebenserwartung
- 10-15 Jahre
- Status
- Nicht bewertet (einige Arten nicht gefährdet)
Ökologisch spielt der Antarktische Eisfisch eine zentrale Rolle im Nahrungsnetz des Südlichen Ozeans. Trotz ihrer benthischen Präferenz ernähren sie sich hauptsächlich pelagisch, wobei ihre Nahrung überwiegend aus Antarktischem Krill (*Euphausia superba*) besteht. Sie sind opportunistische Jäger und fressen auch anderes Zooplankton wie Copepoden und Amphipoden, wenn verfügbar. Ihre großen Mäuler sind gut geeignet, um diese kleinen, schwärmenden Wirbellosen zu verschlingen. Durch den Verzehr großer Mengen Krill fungieren sie als wichtiges Glied, das Energie von den reichlich vorhandenen Primärkonsumenten auf höhere trophische Ebenen überträgt und selbst zur Beute für Robben, Wale und andere größere Fischarten wird. Ihre Anwesenheit und Gesundheit sind Indikatoren für die allgemeine Gesundheit des antarktischen Ökosystems.

