Bedingungen im Januar
Der Januar auf den Azoren ist eine Zeit des Übergangs, die das Beste aus zwei Welten bieten kann, aber auch gewisse Herausforderungen mit sich bringt. Die Wetterbedingungen sind generell unbeständiger als in den Sommermonaten. Du kannst mit einer Mischung aus sonnigen Tagen und regnerischen, windigen Perioden rechnen. Dies beeinflusst direkt den Zustand der See; während es Tage mit ruhiger See geben kann, sind stärkere Winde und damit verbunden höhere Wellen keine Seltenheit. Dies kann die Auswahl der Tauchplätze einschränken und gegebenenfalls längere Fahrten zu geschützteren Buchten erforderlich machen. Es ist ratsam, flexibel zu sein und Touren anzubieten, die den Wetterbedingungen angepasst werden können.
Die Wassertemperatur im Januar bewegt sich typischerweise zwischen 16°C und 18°C (61°F – 64°F). Das ist definitiv kein Badewannenwasser, aber mit der richtigen Ausrüstung, wie einem 7mm Neoprenanzug oder einem Trockentauchanzug, gut zu bewältigen. Die Sichtweiten können während des Winters sehr unterschiedlich sein. An Tagen mit ruhiger See und wenig Sedimentaufwirbelung kannst du mit hervorragenden Sichtweiten von 20 Metern und mehr rechnen. Nach stärkeren Regenfällen oder stürmischer See kann die Sicht jedoch auf 10-15 Meter sinken, insbesondere in küstennahen Bereichen. Die Strömungen sind im Januar meist moderat bis stark, abhängig vom Tauchplatz und den Gezeiten. Drift-Tauchgänge können daher häufig vorkommen und bieten ein aufregendes Erlebnis.
Was du sehen wirst
Obwohl der Januar nicht die Hauptsaison für Großfische wie Mobulas oder Walhaie ist, bietet er dennoch einzigartige Einblicke in die Unterwasserwelt der Azoren. Die kühleren Wassertemperaturen locken andere Spezies an, die man in den wärmeren Monaten seltener sieht. Du kannst mit einer erhöhten Präsenz von pelagischen Fischschwärmen rechnen, die sich in den Strömungen ernähren. Dazu gehören verschiedene Arten von Barrakudas, Makrelen und Thunfischen, die in dichten Schulen vorbeiziehen und ein beeindruckendes Schauspiel bieten. Mit etwas Glück kannst du auch auf größere Fischarten wie Amberjacks oder sogar Mondfische treffen, die sporadisch in dieser Jahreszeit auftauchen. Auch Rochen wie der Adlerrochen sind weiterhin präsent und gleiten majestätisch durch das Wasser.
Was den Januar besonders macht, ist die Möglichkeit, auf faszinierende Makro-Lebewesen zu stoßen. Die Felsspalten und Höhlen sind oft bevölkert von verschiedenen Arten von Nacktschnecken, Garnelen und Krabben, die sich in den kalten Monaten besonders gut beobachten lassen. Auch kleine Kraken und Muränen sind häufige Bewohner der vulkanischen Riffe. Ein weiterer Höhepunkt im Januar ist die Anwesenheit von Haien, insbesondere Blauhaien und Hammerhaien, die in tieferen Gewässern jagen. Obwohl die Chance, sie zu sehen, geringer ist als in den Sommermonaten, sind Begegnungen nicht ausgeschlossen und immer ein unvergessliches Erlebnis. Für Liebhaber der Unterwasserfotografie bietet der Januar einzigartige Motive, fernab der Touristenmassen.
Top-Tauchplätze diesen Monat
Im Januar solltest du dich auf geschütztere Tauchplätze konzentrieren, die auch bei unbeständigem Wetter gute Bedingungen bieten. Einer der Top-Spots ist das Naturschutzgebiet der Ilhéu de Vila Franca do Campo vor São Miguel. Der erloschene Vulkankrater bildet eine natürliche, geschützte Lagune, die auch bei stärkerem Seegang zugängliche Tauchgänge ermöglicht. Hier kannst du eine beeindruckende Artenvielfalt entdecken, von Barrakudaschwärmen bis hin zu Muränen und Rochen. Die Sicht ist hier oft trotz des Wetters hervorragend, und die vulkanischen Strukturen bieten spannende Höhlen und Überhänge zum Erkunden.
Ein weiterer ausgezeichneter Tauchplatz im Januar sind die Unterwassergipfel von Dori oder Ambrósio vor Santa Maria. Diese Off-Shore-Tauchplätze können herausfordernd sein, aber wenn die Bedingungen stimmen, bieten sie unglaubliche Begegnungen mit pelagischen Fischen und möglicherweise sogar Haien. Der Aufwand lohnt sich, denn die Biodiversität ist hier phänomenal. Auch die Tauchplätze um die Insel Terceira, insbesondere die geschützten Buchten rund um Angra do Heroísmo, sind im Januar eine gute Wahl. Hier findest du Überreste von Schiffswracks wie die "Lidador" und reiche Fischbestände, die sich in den Felsformationen verstecken.
Praktische Tipps für deine Reise
Für das Tauchen im Januar auf den Azoren ist ein 7mm Nassanzug absolut die Mindestanforderung. Viele Taucher bevorzugen einen Halbtrocken- oder sogar Trockenanzug, um die Tauchgänge in den kühleren Temperaturen komfortabler zu gestalten. Mit Wassertemperaturen von 16-18°C ist die richtige Wärmeschutzschicht entscheidend, besonders wenn du mehrere Tauchgänge pro Tag planst. Denke auch an Kopfhaube, dicke Handschuhe und Füsslinge.
Der Januar eignet sich eher für erfahrene Taucher. Die unbeständigen Wetterbedingungen und potenziell stärkeren Strömungen erfordern ein gewisses Maß an Erfahrung und Komfort im Wasser. Anfänger könnten die Bedingungen als zu anspruchsvoll empfinden, obwohl geschützte Buchten immer noch Optionen für weniger erfahrene Taucher bieten. Liveaboard-Verfügbarkeit ist im Januar geringer als in der Hochsaison, aber du hast den Vorteil, dass weniger Boote unterwegs sind und du die Unterwasserwelt oft für dich allein hast. Es ist ratsam, im Voraus zu buchen, da die Anzahl der tourenden Liveaboards begrenzt ist. Packe auf jeden Fall warme und wasserdichte Kleidung für Oberdeck und an Land ein, ebenso wie Windbreaker und Mützen. Sei darauf vorbereitet, dass Tauchgänge aufgrund des Wetters verschoben oder angepasst werden müssen. Flexibilität ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Tauchreise auf die Azoren im Januar.
Ganzjahres-Überblick für Portugal (Azoren)
Häufig gestellte Fragen
Ist der Januar ein guter Monat zum Tauchen in Portugal (Azoren)?
Was kann man im Januar in Portugal (Azoren) sehen?
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