Antarktis, Beste Tauchzeit

Tauchen in der Antarktis im September

Der September ist Nebensaison in der Antarktis. Viele Tauchsafaris pausieren wetterbedingt, aber benachbarte Reiseziele bieten oft hervorragende Alternativen.

SaisonbewertungNeben- / Off-SaisonWassertemperatur-2–0°C · 28–32°FBedingungen imSeptember

Was du eventuell sehen kannst

MeeresschildkrötenBuckelwale Nebensaison

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Bedingungen im September

Im September erwacht die Antarktis langsam aus ihrem langen, dunklen Winter. Tauchen zu dieser Zeit des Jahres ist eine einzigartige Erfahrung, die sich drastisch von der Hochsaison unterscheidet. Die Wassertemperaturen bewegen sich typischerweise zwischen -1°C und 2°C (30°F bis 36°F), erfordern also entsprechende Ausrüstung und Vorbereitung. Obwohl es noch sehr kalt ist, beginnt sich das Eis zurückzuziehen, was den Zugang zu einigen Gebieten ermöglicht, die im tiefsten Winter unerreichbar waren. Die Tage werden merklich länger, aber Sonnenschein ist immer noch ein Luxus; rechne eher mit vielen grauen, bewölkten Tagen.

Die See kann im September wechselhaft sein. Die Drakes Passage, dein Tor zur Antarktis, ist berüchtigt für ihre potentielle Rauheit, aber es gibt auch Tage, an denen sie spiegelglatt ist. Südlich des Polarkreises sind die Bedingungen oft stabiler, aber schnelle Wetterwechsel sind immer möglich. Sichtweiten unter Wasser können exzellent sein, oft über 20 Meter, da das Schmelzen des Eises noch nicht das Algenwachstum angekurbelt hat, das später im Jahr die Sicht trüben könnte. Strömungen sind in den tauchbaren Gebieten meist moderat, aber wie immer ist es wichtig, auf die Anweisungen deines Tauchlehrers oder Guides zu achten.

Es ist entscheidend zu verstehen, dass Tauchen in der Antarktis im September eine Expedition in eine noch weitgehend unberührte und raue Umgebung ist. Es ist nichts für Anfänger. Die wenigen verfügbaren Liveaboards operieren unter strengen Sicherheitsauflagen und du musst körperlich fit sowie kältetolerant sein. Die Tage sind zwar länger als im Winter, aber immer noch kürzer als in der Hochsaison, was die Tagesplanung und die Anzahl der Tauchgänge pro Tag beeinflusst. Auch ist das Licht unter Wasser oft dämmriger, was eine ganz besondere, fast magische Atmosphäre schafft.

Was du sehen wirst

Der September ist eine Übergangszeit für die antarktische Tierwelt, und das macht ihn so besonders für Taucher. Viele Tiere kehren aus ihren Winterquartieren zurück oder sind bereits aktiv. Du wirst höchstwahrscheinlich verschiedene Robbenarten sehen, darunter Weddellrobben, die gerne unter dem Eis ruhen und oft sehr neugierig auf Taucher reagieren. Auch Krabbenfresserrobben sind häufig, und mit etwas Glück begegnest du vielleicht sogar Leopardenseehunden – letztere sind faszinierend, erfordern aber einen respektvollen Abstand. Pinguine, wie Adeliepinguine und Zügelpinguine, beginnen, zu ihren Brutkolonien zurückzukehren oder sind in der Nähe des Wassers auf Nahrungssuche.

Unter Wasser dominieren wirbellose Tiere und eine erstaunliche Vielfalt an farbenprächtigen Lebewesen vor extrem klarem Hintergrund. Du wirst eine Fülle von Seeanemonen, Seesternen, Seeigeln und prächtigen Nacktschnecken finden. Gigantische Schwämme bedecken oft die Felswände. Die geringere Menge an schwebenden Partikeln im Wasser verstärkt die Farben und die Sicht, was wirklich spektakulär ist. Manche Kaltwasserfische, die auf dem Meeresboden leben, sind ebenfalls zu sehen.

Ein besonderes Highlight im September ist die Anwesenheit von Walen, auch wenn sie nicht so häufig sind wie später in der Saison. Buckelwale beginnen in die reichhaltigen Gewässer zurückzukehren, um sich zu ernähren, und du könntest sie an der Oberfläche sehen. Wale unter Wasser zu begegnen, ist extrem selten, aber allein die Möglichkeit, ihre majestätische Präsenz in der Ferne zu spüren, ist atemberaubend. Der September bietet die Möglichkeit, die Antarktis in einem Stadium zu erleben, in dem die Natur gerade erst wieder erwacht, was eine erhabene und unvergessliche Erfahrung ist.

Top-Tauchplätze diesen Monat

Im September sind die zugänglichen Tauchplätze stark von den Eisbedingungen abhängig und können von Jahr zu Jahr variieren. Die folgenden Gebiete sind jedoch bekannt dafür, im Frühling gute Tauchmöglichkeiten zu bieten, sobald das Eis es zulässt:

Die Antarktische Halbinsel ist immer das Hauptziel. Insbesondere Gebiete wie der Paradieshafen (Paradise Harbor) und die Neumayer-Kanal bieten geschützte Buchten und Kanäle, die oft schon früh in der Saison zugänglich sind. Hier findest du spektakuläre Eisformationen, Steilwände voller Leben und eine gute Chance auf Robbenbegegnungen. Auch die Inseln vor der Küste, wie zum Beispiel Paulet Island mit ihrer Adeliepinguin-Kolonie (die zu dieser Jahreszeit noch in den Anfängen der Besiedlung sein könnte), bieten exzellente Möglichkeiten für Eistauchen und das Erkunden von Unterwassergletschern und -höhlen.

Ein weiteres vielversprechendes Gebiet ist die Region um die Deception Island, eine aktive Vulkaninsel. Die Caldera bietet relativ geschütztes Wasser und einzigartige geothermisch beeinflusste Unterwasserlandschaften. Das Tauchen in ihrem Inneren ist ein unvergessliches Erlebnis. Weiter südlich können auch die Melchior-Inseln interessante Tauchplätze mit viel Seegras und Robbenaktivitäten bieten, wenn die Eisbedeckung dies zulässt. Die Auswahl der Tauchplätze hängt stark vom Kapitän und den aktuellen Eisbedingungen ab, daher ist Flexibilität der Schlüssel.

Praktische Tipps für deine Reise

Für das Tauchen in der Antarktis im September ist ein Trockentauchanzug absolut unerlässlich. Ohne ihn ist ein sicheres und angenehmes Tauchen bei Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt nicht möglich. Du solltest Erfahrung im Trockentauchen haben und am besten auch in kalten Gewässern getaucht sein. Warme Unterwäsche, eine dicke Haube, dicke Handschuhe und beheizbare Unterzieher sind dringend empfohlen. Deine Ausrüstung muss winterfest sein und sollte regelmäßig gewartet werden.

Dieser Monat ist für fortgeschrittene Taucher geeignet, die unberührte Bedingungen und eine echte Expeditionsatmosphäre suchen. Es ist definitiv nichts für Tauchanfänger. Die Anzahl der Liveaboards, die im September in der Antarktis operieren, ist sehr begrenzt. Buche deine Reise weit im Voraus, da die Plätze rar und begehrt sind. Überprüfe auch die spezifischen Anforderungen des Veranstalters, da viele eine bestimmte Anzahl von geloggten Trockentauchgängen verlangen.

Packe für extreme Kälte, nicht nur für das Tauchen. Mehrere Schichten warmer Kleidung, wasserdichte und winddichte Oberbekleidung, gute Stiefel und Mützen sind Pflicht. Sei dir bewusst, dass du dich in einer der entlegensten Regionen der Welt befindest. Flexibilität und Geduld sind entscheidend, da das Wetter die Pläne jederzeit ändern kann. Die medizinische Versorgung ist begrenzt, daher ist eine gute Reisekrankenversicherung ein Muss. Genieße die Stille und die unwirkliche Schönheit einer Antarktis, die gerade erst aus ihrem Winterschlaf erwacht – eine Erfahrung, die nur wenige Taucher machen dürfen.

Ganzjahres-Überblick für der Antarktis

Häufig gestellte Fragen

Ist der September ein guter Monat zum Tauchen in der Antarktis?
September in der Antarktis wird als neben- / off-saison bewertet. Die Wassertemperatur liegt bei etwa -2–0°C und die Bedingungen sind in der Regel für Tauchsafaris geeignet.
Was kann man im September in der Antarktis sehen?
Im September treffen Taucher in der Antarktis typischerweise auf die auf dieser Seite gezeigten Highlights, mit saisonalen Ansammlungen je nach Strömungen, Planktonblüten und Brutzyklen.
Sollte ich eine der Antarktis-Tauchsafari für den September buchen oder warten?
Wenn du genau diese Highlights und Bedingungen willst: früh buchen, die besten Abfahrten sind Monate im Voraus voll. Bist du flexibel, vergleiche August und Oktober mit oft ähnlichen Bedingungen.

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